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Studie SNF: Suizidalität in der Sozialen Arbeit und Pflege

Gesundheits- und Sozialfachkräfte stehen unter erheblichem Druck. Laut einer neuen Studie der Hochschule für Soziale Arbeit Freiburg ist ihr Suizidrisiko viermal höher als das der übrigen Bevölkerung. Am 22. Januar wurde die erste Studie zu dieser Problematik in der Schweiz vorgestellt: Mehr als 3000 Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Sozialbereich nahmen an der Untersuchung teil. Sie sind in den Kantonen Freiburg, Neuenburg, Waadt, Zürich, Tessin, Wallis und Bern tätig. Unter den befragten Ärztinnen und Ärzten, Sozialarbeitenden, Pflegefachkräften oder Psychologinnen und Psychologen gaben 1.4 Prozent an, sie hätten im Jahr vor dem Ausfüllen des Fragebogens versucht, sich das Leben zu nehmen. Dieser Anteil ist viermal so hoch wie in der gesamten Schweizer Bevölkerung. 

Eine Wissenslücke schliessen

Die vom SNF finanzierte Studie stützt sich auf eine gemischte Methode, die Interviews und Fragebögen kombiniert. Sie berücksichtigt persönliche Faktoren – soziodemografische Merkmale, psychische Gesundheit, Lebensverläufe – aber auch kollektive Faktoren wie das Arbeitsumfeld und die Arbeitsbedingungen oder die verfügbaren Unterstützungsangebote.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, eine wichtige Wissenslücke hinsichtlich der spezifischen Dynamiken der Suizidalität bei Fachkräften im Gesundheits- und Sozialwesen zu schließen. Auf dieser Grundlage können gezielte Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen entwickelt werden, die an die jeweiligen Situationen, das Risikoniveau und die ermittelten Bedürfnisse angepasst sind. Die Ergebnisse sollen auch in Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen einfließen, sowohl in Grund- und Aufbaustudiengängen als auch in Institutionen.

In diesem Zusammenhang wird am 22. Januar eine wissenschaftliche Veranstaltung online organisiert. Das reichhaltige Programm umfasst insbesondere eine Präsentation der ersten Forschungsergebnisse. Die Veranstaltung ist zweisprachig, Französisch und Deutsch, ohne Simultanübersetzung, aber mit Folien, die in der jeweils anderen Sprache angezeigt werden.

Ein «Paradoxon der Pflegenden»

Dabei seien Pflege- und Betreuungspersonen besonders gefährdet – entgegen der verbreiteten Annahme, dass ihre fachliche Expertise einen Schutz darstelle.

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