SKOS-Richtlinien 2021
fileadmin/_processed_/e/4/csm_Kinder_54e3cdeb5f.jpg

Finanzielle Schwierigkeiten wegen der Corona-Krise – was tun?

In Folge der Corona-Krise kommen viele Menschen in der Schweiz in finanzielle Schwierigkeiten.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Unterstützungsmöglichkeiten:

Angestellt in Kurzarbeit

Sie sind angestellt und Ihr Arbeitgeber hat Kurzarbeit angemeldet. Dann haben Sie gegenüber dem Arbeitgeber einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung in der Höhe von 80% des bisherigen Lohns. 

Wenn Sie einen Arbeitsvertrag haben und Ihr Betrieb zu wenig Aufträge hat, kann der Arbeitgeber Kurzarbeit beantragen. Während der Corona-Krise erhalten auch Personen, die temporär angestellt sind oder im Stundenlohn, Kurzarbeitsentschädigung. Auch Personen, die auf Abruf arbeiten, haben unter bestimmten Umständen Anrecht auf eine Entschädigung. Genaue Angaben zur Kurzarbeit finden Sie hier.

Sie erhalten während der Kurzarbeit 80% ihres aktuellen Einkommens vom Arbeitgeber. Die Kurzarbeitsentschädigung wird durch Ihren Arbeitgeber beantragt. Sie müssen sich nicht selbst anmelden.

Wenn die Kurzarbeitsentschädigung nicht reicht für Ihren Existenzbedarf, können Sie ergänzend dazu Sozialhilfe (vgl. Punkt 5) beantragen.

Arbeitslos nach Entlassung

Sie haben Ihre Arbeitsstelle verloren. Dann haben Sie gegenüber der Arbeitslosenkasse einen Anspruch auf Arbeitslosentaggelder in der Höhe von 70% bzw. 80% des bisherigen Lohns. 

Wenn Ihr Arbeitsvertrag gekündigt wird oder ausläuft, haben Sie Anspruch Arbeitslosentaggeld. Genaue Angaben zur Höhe, zur Dauer und zu weiteren Fragen finden Sie hier. Während der Corona-Krise haben Sie Anspruch auf zusätzliche 120 Taggelder, d.h. Sie können rund ein halbes Jahr länger Arbeitslosentaggelder beziehen.

Sie müssen sich beim RAV (Regionale Arbeitsvermittlungsstelle) anmelden, um Arbeitslosentaggelder zu beziehen (Adressliste).

Wenn die Arbeitslosentaggelder nicht für die Sicherung des Existenzbedarfs ausreichend sind, können Sie ergänzend dazu Sozialhilfe beantragen (vgl. Punkt 5).

Vorübergehend verbotene Selbständigkeit

Sie sind selbständig erwerbstätig mit einer Tätigkeit, die vom Bundesrat vorübergehend eingeschränkt wurde. Dann hatten Sie gegenüber der Ausgleichskasse einen Anspruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung in der Höhe von 80% des bisherigen Bruttoerwerbseinkommens, max. CHF 196.- pro Tag. Die Entschädigung endete grundsätzlich am 16. Mai. Ein Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz muss bis spätestens 16. September 2020 angemeldet werden.

Wenn Sie zu einer der unten aufgeführten Gruppen gehören, hatten Sie bis Mitte Mai Anspruch auf die neu eingeführte Corona Erwerbsersatzentschädigung: 

  • Eltern mit Kindern unter 12 Jahren, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, weil die Fremdbetreuung der Kinder nicht mehr gewährleistet ist;
  • Personen, die wegen einer Quarantänemassnahme ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen;
  • Selbstständigerwerbende, die einen Erwerbsausfall wegen einer bundesrechtlich angeordneten Betriebsschliessung oder des Veranstaltungsverbots erleiden;
  • Selbständige Kulturschaffende, deren Engagements wegen den Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus annulliert wurden oder die einen eigenen Anlass absagen mussten.

Wann endet der Anspruch auf die Entschädigung?

Selbstständigerwerbenden, die ihre Erwerbstätigkeit am 27. April 2020 oder am 11. Mai 2020 wieder aufnehmen konnten, wird die Entschädigung bis und mit 16. Mai 2020 ausgerichtet. Dies gilt auch für Selbstständigerwerbende, die indirekt von den Massnahmen gegen das Coronavirus betroffen sind. Ab 6. Juni 2020 konnten grundsätzlich alle Betriebe wieder öffnen. Der Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz endete somit am 5. Juni 2020. Kann der Betrieb nicht wieder aufgenommen werden, weil das Schutzkonzept nicht umgesetzt werden kann, so kann der Anspruch weiterbestehen. Selbstständigerwerbende, die betroffen sind, melden sich bei der zuständigen Ausgleichskasse. Der Anspruch infolge Veranstaltungsverbots bleibt auch nach dem 6. Juni 2020 vorerst bis auf Weiteres bestehen.

Corona-Erwerbsersatz anmelden

Sie können Ihr Gesuch für die Corona-EO online einreichen. Weitere Angaben zur Corona-EO finden Sie hier.

Ein Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz muss bis spätestens 16. September 2020 angemeldet werden. Ab diesem Datum sind auch rückwirkende Neuberechnungen aufgrund einer neueren Steuerveranlagung ausgeschlossen.

Wenn die Corona-EO nicht zur Sicherung des Existenzbedarfs genügt, können Sie ergänzend dazu Sozialhilfe beantragen (vgl. Punkt 5).

Vorübergehend erschwerte Selbständigkeit

Sie sind selbständig erwerbstätig mit einer Tätigkeit, die nicht direkt verboten wurde. Sie hatten wegen der Massnahmen aber geringere Einnahmen. dann hatten auch Sie allenfalls Anspruch auf eine Corona Erwerbsersatzentschädigung. Die Entschädigung endete grundsätzlich am 16. Mai 2020.

Wenn Sie selbständig erwerbstätig sind in einem Bereich, in welchem die Tätigkeit durch die bundesstaatlichen Massnahmen nicht direkt verboten wurden, hatte Sie bis Mitte Mai allenfalls trotzdem Anspruch auf die  Corona Erwerbsersatzentschädigung. Der Bundesrat hat am 16. April 2020 den Corona Erwerbersatz ausgeweitet auf Personen, die zwar weiterarbeiten dürfen, aber wegen der Massnahmen weniger oder keine Arbeit mehr haben, wie beispielsweise Taxifahrer.  Der Anspruch auf die Corona-Erwerbsersatzentschädigung dauerte grundsätzlich bis am 16. Mai 2020.

Voraussetzung ist, dass Ihr AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen höher ist als 10 000 Franken, aber 90 000 Franken nicht übersteigt.

Die Entschädigung ist, wie die bereits bestehende Corona-Erwerbsausfallentschädigung, auf 196 Franken pro Tag, also auf 5'880 Franken pro Monat begrenzt. Der Anspruch entsteht rückwirkend ab dem 1. Tag des Erwerbseinbruchs, frühestens ab dem 17.3.2020, und endet nach zwei Monaten, spätestens aber mit der Aufhebung der Massnahmen zur Bekämpfung der Corona Pandemie.

Sie können Ihr Gesuch für die Corona-EO online einreichen. Weitere Angaben zur Corona-EO finden Sie hier.

Allenfalls können Sie auch einen zinslosen Corona- Sonderkredit beantragen, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Wenn die vorhandenen Mittel und Massnahmen zur Sicherung des Existenzbedarfs nicht genügen, können Sie ergänzend dazu Sozialhilfe beantragen (vgl. Punkt 5).

Sozialhilfe

Sie erhalten keine der oben genannten Unterstützungen oder diese Unterstützungen genügen nicht, um Ihren Existenzbedarf gemäss SKOS-Richtlinien zu sichern: Dann haben Sie Anspruch auf Sozialhilfe in der Höhe Ihres Existenzbedarfs, unter Anrechnung aller Einkünfte und nach Verzehr des Vermögens bis zur Freigrenze.

Wenn Sie Ihren Existenzbedarf nicht decken können, weil Sie keinen Anspruch haben auf eine der oben genannten Unterstützungen oder weil diese Unterstützung nicht genügend hoch ist, haben Sie Anspruch auf Sozialhilfe.

Die Höhe der Sozialhilfe richtet sich nicht nach dem bisherigen Lohn. Sie entspricht Ihrem Existenzbedarf, wie er in den SKOS-Richtlinien definiert ist. Alle Einkünfte sowie Ihr Vermögen werden angerechnet.

Wie die Sozialhilfe funktioniert und welche Rechte und Pflichten Sie dabei haben, ist hier beschrieben. Sie können sich beim Sozialdienst Ihrer Gemeinde bzw. Ihrer Region anmelden. Die Adressliste der Sozialdienste und weiterer Beratungsstellen finden Sie hier.

 

 

Ein Erklärvideo des SECO zeigt, was die Massnahme der Kurzarbeit bedeutet:

 

 

Erklärvideo des SECO zu Massnahmen für Selbstständige und Kulturschaffende:

Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.