Armut
In der Schweiz waren 2023 rund 708 000 Personen von Einkommensarmut betroffen, davon rund 176 000 Erwerbstätige. Die Armutsquote betrug damit 8,1 Prozent. 1,442 Millionen Personen oder 16,1% der Bevölkerung der Schweiz sind armutsgefährdet. Vor allem Einelternhaushalte, Grossfamilien und Menschen mit geringer Ausbildung sind einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt.
Von Armut betroffen sind auch 133 000 Kinder (BFS). Im Jahr 2021 betrug die Armutsgrenze durchschnittlich 2289 Franken pro Monat für eine Einzelperson und 3989 Franken pro Monat für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren. Armut ist in der Schweiz oft verborgen, aber die Folgen sind schwerwiegend: Soziale Kontakte gehen verloren, der Anschluss an die Gesellschaft wird immer schwieriger und Perspektiven fehlen.
Die Agenda 2030, die 2015 von allen UNO-Mitgliedstaaten verabschiedet wurde, hat die nachhaltige Entwicklung zum Ziel, dazu gehört auch, Armut in all ihren Formen global zu beenden und Ungleichheiten zu verringern.

Neben der Überwindung extremer Armut soll auch die Überwindung relativer Armut verfolgt werden, welche sich an nationalen Definitionen orientiert.
Der Bundesrat hat sich dazu bekannt, die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung gemeinsam mit allen UNO-Mitgliedstaaten bis 2030 umzusetzen. Für die gezielte Prävention und die Armutsbekämpfung sind jedoch die Kantone und Gemeinden über gezielte Unterstützungsleistungen sowie die Sozialhilfe zuständig. Der Bund unterstützt sie bei der Entwicklung von Strategien und Präventionsmassnahmen.
