Eine Plattform für das Wissen aus Praxis und Forschung
Seit Anbruch des digitalen Zeitalters gelten Printprodukte als dem unaufhaltsamen Untergang geweiht. Und doch halten sie sich hartnäckig. So liegt auch auf vielen Schreibtischen nach wie vor das Verbandsmagazin der SKOS. Es hat seit im 2025 erneut einen neuen Namen erhalten: Die Sozialhilfe – das Fachmagazin der SKOS erscheint nun auch integral auf Französisch unter dem Namen L’aide soicale – la revue spécialisée de la CSIAS. Vielleicht sind es gerade die Informationsfluten, die aus unzähligen verschiedenen Kanälen auf uns einprasseln und durch uns hindurchsausen, die dazu führen, dass eine Fachzeitschrift sogar vermehrt einen Wert hat. Dies insbesondere, wenn es darum geht, sich mit Themen und Fragestellungen vertieft zu beschäftigen. Darum bleibt das Fachmagazin seit 122 Jahren ein elementarer Bestandteil der Kommunikation der SKOS.
«Der Verlag machte den bemerkenswerten Vorschlag, jede Nummer des Armenpflegers
um 4 Seiten in französischer Sprache, redigiert von einem Welschen, zu erweitern.»
Doch obwohl sich die SKOS seit ihrem Beginn als gesamtschweizerischer Armenpflegerverein verstand, blieben die Schreibtische in der Romandie und im Tessin leer. Eine französische Ausgabe des Armenpflegers, wie das Fachmagazin zur Zeit seiner Gründung hiess, gab es nie. Auch wenn Pfarrer Albert Wild als Redaktor des Armenpflegers am Ende seiner Tätigkeit feststellte: «Zusammenfassend darf ich gewiß sagen, daß unser „Armenpfleger" in seinen 44 Jahrgängen ein treues Spiegelbild des schweizer. Armenwesens und seiner Entwicklung bietet.» «Mehrere Male wurde von welscher Seite eine französische Ausgabe des Armenpflegers angeregt, zuletzt von Genf aus 1942. Der Verlag machte den bemerkenswerten Vorschlag, jede Nummer des Armenpflegers um 4 Seiten in französischer Sprache, redigiert von einem Welschen, zu erweitern. Das Projekt wurde jedoch nicht weiterverfolgt. Die Westschweizer Institutionen der Armenpflege beschlossen eigene Wege zu gehen und riefen via das groupement romand des institutions d’assistance publique et privée ein eigenes vierteljährlich erscheinendes Bulletin ins Leben, das jedoch nur wenige Jahre publiziert wurde.
Seit 2025 publiziert die SKOS nun als gesamtschweizerischer Verband ein Fachmagazin für die ganze Schweiz auf Deutsch und auf Französisch. Zu diesem Zweck wurde die bereits in den vergangenen Jahren bestehende redaktionelle Zusammenarbeit mit der Artias und weiteren Akteuren der Sozialpolitik und -wissenschaft in der Romandie intensiviert. Die redaktionelle Verantwortung für die beiden Ausgaben bleibt bei der SKOS.
Wir sind davon überzeugt, dass ein Fachmagazin nach wie vor eine wichtige Rolle als spezialisierte Informationsquelle und Kommunikationsplattform für einen Verein und seine Mitglieder, Akteure und Interessierte innehat. Für die SKOS liegt eine wichtige Bedeutung auch im Wissenstransfer. Seit 122 Jahren sammelt undvermittelt sie aktuelles Fachwissen, rechtliche Neuerungen, Erfahrungswissen für die Praxis und Best Practices, die für den Bereich Sozialhilfe relevant sind und bei der Bewältigung von wichtigen Herausforderungen der täglichen Arbeit unterstützen sollen. Dies das Ziel und Motivation von Redaktion und Geschäftsleitung.
«Es kann auch nicht anders sein, als daß unsere Zeitschrift irgendwie
auf dem Gebiete des Armenwesens einen Einfluß ausgeübt hat…»
«Es kann auch nicht anders sein, als daß unsere Zeitschrift irgendwie auf dem Gebiete des Armenwesens einen Einfluß ausgeübt hat, wenn das auch nicht in die Erscheinung trat. Sie hat stets ein stilles und verborgenes Dasein geführt und ist nie auf Lob und Anerkennung ausgegangen. Nur ganz vereinzelt wurden Stimmen laut, die ihre Bedeutung für die Praxis der Armenfürsorge rühmten. Wenn sie auch die sozialfürsorgerische Bewegung der Jetztzeit nicht bewirkt hat, so hat sie doch manches Jahrzehnt zuvor schon auf die Verbesserung der Armenfürsorge und der Armengesetzgebung hingewiesen und dadurch mitgeholfen, daß sich nun die Anschauungen auf dem Gebiete des Armenwesens etwas gewandelt haben.» So Pfarrer Wild in seiner letzten von ihm verantworteten Ausgabe des Armenpflegers im Jahr 1947.
Damit das Magazin diese Aufgabe erfüllen kann, wurden diese Zielen formuliert:
a) Das Fachmagazin soll als vollwertige zweisprachige Zeitschrift auf Deutsch und Französisch erhalten bleiben und Inhalte ausgewogen aus allen Landesteilen umfassen.
b) Das Fachmagazin soll sich auf fachliche Themen der Sozialhilfe fokussieren und seine Rolle als Mitgliedermagazin erfüllen. Das Abonnement wurde wie bei den meisten Verbänden üblich, in den Mitgliederbeitrag integriert. Nicht-Mitglieder können das Magazin weiterhin im Abonnement beziehen bzw. einzelne Ausgaben bestellen.
Für die Publikation der Zeitschrift in zwei Sprachen soll eine dreijährige Testphase (2025-2027) durchgeführt werden. In diesen drei Jahren soll geklärt werden, ob das Interesse an der französischsprachigen Ausgabe ausreichend gross ist (Zielvorgabe 200-250 Exemplare) und ob das Interesse einer Printausgabe auf Deutsch stabil bleibt.
Ingrid Hess, Leiterin Fachbereich Kommunikation und Redaktion
Zur Autorin:
Ingrid Hess ist Leiterin des Fachbereichs Kommunikation und Redaktion
