Tätigkeitsbericht des Geschäftsführers

120 Jahre SKOS
Die SKOS ist 120 Jahre alt geworden. Ein Grund zum Feiern und sich gleichzeitig zu fragen: « Warum braucht es die SKOS?» Wir haben diese Frage unseren Mitgliedern gestellt. Einerseits mit einem Fragebogen, andererseits mit einer Kamera an der Bieler Tagung und der Vorstandsretraite. Entstanden ist ein Video, das an der Mitgliederversammlung vom 12. Juni 2025 in Stans erstmals gezeigt wurde und auf der SKOS-Website zu finden ist.
Schriftlich haben sich 55 Mitglieder aus 19 Kantonen sowie vier nationale Organisationen geäussert. Viele von ihnen bewerten die Arbeit der SKOS sehr positiv und sprachen den Verantwortlichen im Rahmen der Umfrage ihren Dank aus. Neben den positiven Rückmeldungen wurden auch kritische Anmerkungen und konkrete Anregungen eingebracht.
Betont wird die zentrale Bedeutung der SKOS und ihrer Richtlinien, weil sie Gewähr bieten für Rechtssicherheit und Rechtsgleichheit im Bereich der Sozialhilfe. Die Richtlinien definieren einheitliche Grundprinzipien, ermöglichen eine Gleichbehandlung der Sozialhilfebeziehenden und tragen zur Qualitätssicherung, Effizienz und Strukturierung eines komplexen Bereichs bei. Ein oft genanntes Argument: Die SKOS brauche es, weil es ein kein Bundesgesetz zur Sozialhilfe gibt. Die Richtlinien bilden den Rahmen für die Gesetzgebung in den Kantonen und das Rad müsse somit nicht überall neu erfunden werden.
«Die SKOS ist aus meiner täglichen Arbeit
nicht wegzudenken.»
Die Mitglieder heben hervor, dass die Richtlinien eine zentrale Entscheidgrundlage in der Praxis darstellen. Gerade für kleine und mittlere Gemeinden ohne eigenen Rechtsdienst seien Angebote wie das Beratungsforum, die telefonische Beratung, die Publikationen und die weiteren Dienstleistungen sehr wichtig. Einheitliche Regeln schafften Klarheit in schwierigen Situationen, etwa bei unterschiedlichen Haltungen zwischen fallführenden Sozialarbeitenden und vorgesetzten Behörden, oder im Umgang mit Klientinnen und Klienten. Geschätzt wird die SKOS auch als Plattform für Vernetzung, Austausch, Inspiration und Wissenstransfer.
«Ich bin ein grosser Fan des
Beratungsforums.»
Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Mitglieder ist die politische Vertretung der Sozialhilfe. Die SKOS bringt deren Anliegen auf interkantonaler und nationaler Ebene ein, sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Politik. Sie greift gesellschaftliche Entwicklungen auf, betreibt Agendasetting, stösst neue Forschungsprojekte an und sorgt so für einen permanenten Dialog über das unterste Netz der sozialen Sicherheit. Dank ihrer Fachlichkeit ist die SKOS ein anerkannter Ansprechpartner für Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie steht auch in Kontakt mit den Sozialhilfebeziehenden selbst und achtet darauf, dass deren Anliegen gehört werden. Die SKOS wird es gewiss auch in Zukunft brauchen, um Lösungen für die stetig neuen Herausforderungen wie den technologischen und den gesellschaftlichen Wandel, zu finden und allen Mitgliedern zugänglich zu machen.
Die vollständigen Resultate der Mitgliederumfrage finden Sie auf unserer Website.
Markus Kaufmann, Geschäftsführer
| Wer sich für die Geschichte der SKOS interessiert, sei das Buch «Von der Armenpflege zur Sozialhilfe» empfohlen (Sassnick Spohn Frauke et a. , 2005), das zum 100-Jahr-Jubiläum verfasst wurde und im Webshop der SKOS bezogen werden kann. Zudem können alle Ausgaben des Fachmagazins «Die Sozialhilfe» und seine Vorgängertitel seit 1903 online abgerufen werden unter e-periodica.ch. |
