aktuelle SKOS Richtlinien

Bericht der Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle der SKOS besteht aus 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit insgesamt 670 Stellenprozenten.
2022 lagen die Schwerpunkte wie folgt: 

Veranstaltungen

Veranstaltungen

Wer nicht ausreichende Grundkompetenzen im IT-Bereich vorweisen kann und nicht über die notwendige Infrastruktur wie Laptop und Internetzugang verfügt, läuft je länger je mehr Gefahr den Anschluss an die Gesellschaft zu verlieren. Die berufliche und soziale Integration als primäres Ziel der Sozialhilfe wird dadurch massgeblich erschwert. Die Corona-Krise hat die digitale Entwicklung beschleunigt. Die SKOS erklärte in ihrem Lunch-Webinar ihr neues Merkblatt «Digitale Grundversorgung». Sie informierte, wie Laptops zu günstigen Konditionen bezogen werden können und wie unterstützte Personen in IT-Kurse vermittelt werden können.

Die Digitalisierung verändert nicht nur die Lebenswelt der Klientinnen und Klienten, sondern auch die Fach- und Führungsarbeit in den Sozialdiensten. Die SKOS vermittelt in Zusammenarbeit mit sozialinfo.ch interessierten Leitungspersonen und Mitarbeitenden von Sozialdiensten in einem Basis- und einem Vertiefungskurs relevantes Grundlagenwissen, um sich in den Themen der Digitalisierung im Kontext der Sozialhilfe zu orientieren und Handlungsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Ebenen kennenzulernen.

Die Sozialpolitik wurde durch die Corona-Pandemie auf die Probe gestellt. An der nationalen Bieler Tagung diskutierten die Teilnehmenden welche Lehren aus den Erfahrungen gezogen werden konnten, um die Zukunft der sozialen Arbeit zu stärken. Ferner wurden Studienergebnisse von rund 40 Forscherinnen und Forschern aus der ganzen Schweiz präsentiert, welche Trends sich mittel- und langfristig für die öffentlichen oder gemeinnützigen Systeme abzeichnen. Stolpersteine aber auch Chancen dieser Entwicklung gilt es zu erkennen.

Gastgeber für die Mitgliederversammlung war Weinfelden im Kanton Thurgau. Nebst den statutarischen Geschäften diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Bund und Kantonen, wie sich die Familienkonstellationen in den vergangenen Jahren geändert haben und welche Auswirkungen dies auf das Armutsrisiko von Familien hat. Das erfolgreiche Beispiel des Kantons Waadt zeigt, wie Unterstützung und Coaching von präkarisierten Familien nachhaltig wirken. Und doch ist die Aussicht auf Familienergänzungsleistungen in allen Kantonen noch in weiter Ferne.

Durch den russischen Angriffskrieg werden diesen Winter Engpässe bei der Energielieferung erwartet, was die Energiereise in die Höhe treibt. Im SKOS Warenkorb ist dafür 4.7 Prozent vorgesehen. Ein Wert, der 2023 in einigen Gemeinden deutlich übertroffen wird. Die SKOS gab mittels Webinar Empfehlungen zum Umgang mit der Teuerung in der Sozialhilfe mittels konkreten Beispielen sowie einem Stromrechner, welcher sie anlässlich eines Lunch-Webinars interessierten Mitgliedern vorstellt.

Das alle zwei Jahre stattfindende SKOS-Forum widmete sich dem Thema «Dauerhafte Stabilisierung von Klienten durch Soziale Arbeit» und wurde als Webinar durchgeführt. Die Ziele der Agenda 2030 waren Thema, d.h. wie kann die Menschheit von Armut und Not befreit werden und gleichzeitig den Planeten nachhaltig schützen. Anhand von Beispielen der sozialen Arbeit wurden Lösungsansätze diskutiert.

 

Publikationen

Publikationen

Überarbeitete Grundlagenpapiere

  • Kostenentwicklung der Sozialhilfeleistungen: Das aktualisierte Grundlagenpapier versachlicht die absoluten Anwendungen für Sozialhilfeleistungen, welche in den letzten Jahren regelmässig gestiegen sind.
  • Anzahl Beziehende und Kosten in der Sozialhilfe 2020-2025: Entwicklung und Prognosen für die Sozialhilfequoten und Kosten in der Sozialhilfe.

Merkblätter und Empfehlungen:

  • Auswirkungen der Teuerung auf die Sozialhilfe: Die Konsumentenpreise steigen an, ebenso die Strom-, Heiz- und Nebenkosten. Bei der Anpassung der Teuerung beim Grundbedarf orientiert sich die SKOS gemeinsam mit der SODK am Entscheid des Bundesrates zur Teuerungsanpassung bei AHV/IV und EL.
  • Digitale Grundversorgung: Um die digitale Grundversorgung von unterstützten Personen sicherzustellen, sollen die Kosten für eine bescheidene IT-Grundausstattung und den Besuch von Kursen zum Erwerb von IT-Grundkompetenzen als situationsbedingte Leistungen (SIL) durch die Sozialhilfe übernommen werden.

Positionen und Kommentare:

  • Positionspapier Direkte und Indirekte Bildungskosten: Finanzierungsmöglichkeiten und -lücken bei den Kosten der beruflichen Grundbildung für Erwachsene.
Neue Hilfsmittel für die Sozialhilfe

Neue Hilfsmittel für die Sozialhilfe

Ein Rechner für nachhaltige Falllast und Personalbedarf – der Caseload Converter

Ein Forschungsteam der ZHAW plant zusammen mit dem Büro BASS und der SKOS die Entwicklung eines Online-Berechnungsinstruments (genannt Caseload Converter), welches es Sozialdienstleitenden ermöglicht, den Personalbedarf für ihren Sozialdienst zu ermitteln. Das Interesse an der Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Rechners für die Personalressourcen in den Sozialdiensten war gross. 15 Sozialdienste aus der Deutschschweiz und der Romandie nahmen teil.

Das eigentliche Projekt startete dank Finanzierungszusagen der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG), der SKOS und einigen kommunalen und kantonalen Sozialdiensten im November 2022. Die ZHAW hat die Projektleitung inne. Die Dauer des Projekts beträgt insgesamt rund 24 Monate (Januar 2023 bis Dezember 2024). Die teilnehmenden Sozialdienste werden in vier Testphasen je nach ihrer spezifischen Organisationsstruktur aufgeteilt und zu einem abschliessenden Validierungsworkshop eingeladen. Für die Umrechnungsparameter zieht das ZHAW-Team das Forschungsbüro BASS hinzu, welches für den Verband Aargauer Gemeindesozialdienste bereits ein ähnliches Instrument (nur für spezialisierte Dienste) entwickelt hat, um auf diesen Erfahrungen aufzubauen und ein benutzerfreundliches Instrument für Sozialdienstleitende anzubieten.

Berichte aus den Kommissionen

Die SKOS bedankt sich bei allen Mitgliedern, welche sich aktiv in einer der vier Kommissionen engagieren und so dazu beitragen, dass die Sozialhilfe in der Schweiz weiterentwickelt werden kann. Nachstehnd der Jahresrückblick der einzelnen Kommissionen:

Organisationsentwicklung und Finanzen

Organisationsentwicklung und Finanzen

Die Kommission Oe+F traf sich auch 2022 neben den regulären Kommissionssitzungen auf der Geschäftsstelle in verschiedenen Arbeitsgruppen zu online Sitzungen.

Am 12. April und 21. Juni fand der erste Digitalisierungskurs für die Sozialhilfe statt, eine Zusammenarbeit des Fachvereins Sozialinfo und SKOS. Grundlagenwissen für Fach- und Führungsaufgaben wurden in zwei aufeinander aufbauenden Halbtagen in einem Kurs vermittelt. Die Nachfrage war gross und der erste Kurs war ausgebucht.

Die Erarbeitung des Grundlagenpapiers «soziale Integration – Fokus soziale Integration» war das Schwerpunkt Thema in diesem Jahr. Unter Einbezug der Geschäftsleitung, dem SEM und der anderen Kommissionen erarbeitete die Oe+F den Hauptteil dieses Papiers. Die Arbeiten werden im kommenden Jahr fortgesetzt.

Das Forum zum Thema «Nachhaltigkeit in der Sozialen Arbeit» setzte sich mit der Umsetzung von Nachhaltigkeit im Beratungsalltag, nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe und der nachhaltigen Integration auseinander. Das Forum fand aufgrund der verhaltenen Nachfrage als Webinar im Umfang eines halben Tages statt. Ursprünglich war geplant gewesen, das Forum als Tagung in Olten durchzuführen.

Im Berichtsjahr die Kommission Oe+F verlassen hat Martin Räth, Sozial-Beratungszentrum Region Willisau-Wiggertal (LU).

Karin Anwander, Kommissionspräsidentin

Rechtsfragen

Rechtsfragen

Die Kommission Rechtsfragen traf sich 2022 zu zwei halbtägigen Sitzungen und einer ganztägigen Retraite. Die für April 2022 geplante Sitzung musste infolge hoher Belastung der Mitglieder im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg abgesagt werden. Die Kommission bearbeitete verschiedene Anfragen aus der Praxis. Die Fragen betrafen unter anderem die Haushaltsführungsentschädigung, Quellensteuerabzüge, Darlehen, die Haushaltsgrösse bei freiwilliger Trennung oder die Berücksichtigung von vor Unterstützungsbeginn ausbezahlter Integritätsentschädigung bei der Bemessung des Vermögensfreibetrags. Die Kommission wurde SKOS-intern in die Erarbeitung von Empfehlungen und Erläuterungen einbezogen und befasste sich auch mit Fragen zur Unterstützung von ukrainischen Geflüchteten und Durchreisenden. Sie nahm weiter die Aktualisierung von verschiedenen Merkblättern an die Hand und setzte sich mit der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts mit Berührung zur Sozialhilfe auseinander.

Im Berichtsjahr die Kommission verlassen haben Simon Göldi, Kantonales Sozialamt Graubünden (GR) und Esther Plattner Soziale Dienste Stadt Zürich (ZH) . Neu dazugestossen sind Thomas Spescha, Soziale Dienste Stadt Zürich (ZH) und Jacqueline Magnin, Soziale Dienste Stadt Winterthur (ZH).

Nadine Zimmermann, Kommissionspräsidentin

Richtlinien und Praxis

Richtlinien und Praxis

Die Kommission Richtlinien und Praxis traf sich 2022 zu drei Sitzung und einer zweitägigen Retraite. Im Zentrum aller Sitzungen und auch der Retraite stand die laufende Revision der SKOS-Richtlinien. Für die in drei Etappen aufgeteilte Revision während der Jahre 2023-2027 besteht eine detaillierte Planung mit den einzelnen Themen. 2022 wurden die als dringlich identifizierten Revisionsaufträge bearbeitet und erste Formulierungsvorschläge für Anpassungen zu Handen der Geschäftsleitung verabschiedet. In vielen Bereichen kommt die Kommission gut voran und dank der etablierten Zusammenarbeit mit anderen Kommissionen werden fachlich gute Lösungen gefunden. Allerdings ist für einige Themen auch mehr Zeit nötig, als erwartet. Die Revisionsplanung musste deshalb angepasst werden. Die Geschäftsleitung der SKOS wurde über den Stand der Arbeiten regelmässig informiert. So ist auch der fachliche Austausch mit der SODK während der Revisionsarbeiten sichergestellt. Weiter hat sich die RIP auch mit Fragestellungen zum Ukrainekrieg auseinandergesetzt und diverse Praxisbeispiele für die ZESO erarbeitet. Anja Loosli Brendebach löste im Frühling 2022 Alexander Suter als Bereichsleiter Recht auf der SKOS Geschäftsstelle ab.

Im Berichtsjahr aus der Kommission ausgetreten sind Regula Marty, Soziale Dienste Stadt Solothurn (SO), Annamaria Dell’Amore, Kantonales Sozialamt (NW), Christoph Hostettler, Soziale Dienste St. Gallen (SG) sowie das langjährige Mitglied Ruth Zjörien, Soziale Dienste Stadt Luzern (LU). Der Kommission beigetreten sind Robin Bannwart, Soziale Dienste Wattwil (SG), Philipp Frei, Dachverband Budgetberatung Schweiz und Anita Küng, Soziale Dienste Stadt Luzern (LU).

Claudia Hänzi, Kommissionspräsidentin

Sozialpolitik und Sozialhilfe

Sozialpolitik und Sozialhilfe

Im Jahr 2022 hat sich die Fachkommission SoSo sowie eine AG «Klimawandel und Sozialpolitik» (die aus Mitgliedern der Kommission gebildet wurde) intensiv mit den Folgen der Klimakrise für die soziale Sicherheit von vulnerablen Menschen auseinandergesetzt. Dazu liess sich die SoSo von Aline Masé (Caritas Schweiz), Stefan Brönnimann (Geographisches Institut der Uni Bern) und Lukas Rühli (avenir suisse) über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweiz und die Folgen der Klimapolitik für Armutsbetroffene informieren. Die gewonnenen Einsichten sollen in einem Diskussionspapier für die Geschäftsleitung zusammengefasst werden.

Darüber hinaus hat die Kommission die Ergebnisse verschiedener Forschungsprojekte diskutiert, die sich mit der Langzeitarbeitslosigkeit und Aussteuerung, jungen Erwachsenen ohne Ausbildung in der Sozialhilfe sowie dem Zusammenhang von Armut, Schulden und Sozialhilfe befassen. Dabei wurde auch das vom Bundesrat vorgeschlagene Restschuldbefreiungsverfahren besprochen. Dass Schulden aus dem Sozialhilfebezug von diesem Verfahren ausgenommen werden sollen, wurde kritisch kommentiert.

Die AG «Sozialhilfe im weiteren Sinn» konnte in kurzer Zeit eine neue Begrifflichkeit für armutsbekämpfende Sozialbeiträge vorschlagen, die der Sozialhilfe vorangehen, sich aber in wesentlichen Punkten von dieser unterscheiden. In einem Schreiben des Präsidiums wurde der Vorschlag dem Bundesamt für Statistik unterbreitet und stiess dort auf wohlwollendes Interesse.

Im Berichtsjahr haben Nadine Bischof, Soziale Dienste Zürich (ZH) und Joy Demeulemeester, Dept. Gesundheit und Soziales (VD) die Kommission verlassen. Neu dazu gestossen ist Max Bühler, Pro Senectute Schweiz, welcher die Kommission per Ende Jahr wieder verlässt und durch Tatjana Kistler ersetzt wird.

Carlo Knöpfel, Kommissionspräsident

SKOS Arbeitsgruppen

Zur Umsetzung der Strategie 2025 wurden Arbeitsgruppen eingesetzt mit dem Auftrag, Grundlagenpapiere zu verfassen.  Die Schlussfolgerungen sollen auch in die Richtlinienrevision einfliessen.

2022 waren folgende Arbeitsgruppen  aktiv:

AG Soziale Integration

AG Soziale Integration

  • Mitglieder der Kommission Oe+F: Karin Anwander (GL, Leitung), Martin Fasel (FR), Anna Suppa (HES-SO)
  • SKOS Geschäftsleitung: Claudia Hänzi (Bern), Manfred Dachs (Zürich)
  • Mitarbeiterin der Geschäftsstelle: Corinne Hutmacher-Perret 

 

AG Weiterentwicklung ALV

AG Weiterentwicklung ALV

  • Mitglieder der Kommission SoSo: Carlo Knöpfel (FHNW), Daniel Knöpfli (Winterthur)
  • Mitglieder der SKOS Geschäftsleitung: Manfred Dachs (Zürich), Caroline Knupfer (VD)
  • SKOS Geschäftsstelle: Andrea Beeler, Markus Kaufmann
AG Klima und Sozialpolitik

AG Klima und Sozialpolitik

Mitglieder der Kommission SoSo: Carlo Knöpfel (FHNW, Leitung), Philipp Dubach (BSV), Aline Masé (Caritas Schweiz), Doris Egloff (Winterthur), Annina Grob (Avenir Social)

AG Grundbedarf

AG Grundbedarf

Markus Kaufmann (SKOS, Leitung), Paola Attinger (NE), Philipp Dubach (BSV), Andrea Lübberstedt (ZH) Heinz Indermaur  (KOS SG) Edith Lang (LU), Bettina Seebeck (Biel), Andrea Beeler (SKOS)

Zur Umsetzung des neuen Auftrags der SODK an die SKOS wurde eine Arbeitsgruppe Asylsozialhilfe eingesetzt. 

AG Asylsozialhilfe

AG Asylsozialhilfe

  • Leitung: Anja Loosli Brendebach (SKOS Geschäftsstelle)
  • Vertreter:innen aus Kantonen: Marie-Pascale Bagnoud (VS), Remo Dörig (SODK), Stefan Ziegler (ZG)
  • Vertreter:innen SKOS Kommissionen:  Claudia Hänzi (Präsidentin RiP), Loranne Mérillat (AG, Mitglied Rechtsfragen), Nadine Zimmermann (Präsidentin Rechtsfragen), Markus Kaufmann (Geschäftsführer SKOS).

 

Bieler Tagung 2024
Kinder in der Sozialhilfe in den Fokus nehmen

Donnerstag, 21.03.2024, 09.30 bis 16.00 Uhr

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