In der Schweiz verfügen rund 30 % der erwachsenen Bevölkerung über geringe Grundkompetenzen (Bundesamt für Statistik, 2024a). Gleichzeitig nehmen nur wenige dieser Personen an Weiterbildungsangeboten teil, die auf den Erwerb oder Erhalt von Grundkompetenzen abzielen.
Im Rahmen von Gesprächen, Projektkooperationen und Fachnetzwerken wurde beim Schweizerischen Verband für Weiterbildung (SVEB) zunehmend deutlich, dass aufseiten von Anbietern und Förderstrukturen die Nicht-Teilnahme eine zentrale Herausforderung darstellt. Für die Verbesserung der Qualität der Weiterbildung und die Weiterentwicklung der Förderstrukturen besteht ein Bedarf nach mehr strukturiertem Wissen und praktischen Impulsen dazu, wie Personen mit geringen Grundkompetenzen erreicht werden können und warum viele Angebote als nicht attraktiv oder passend erscheinen. Für die Schweiz existieren bisher kaum nennenswerte Studien dazu. Im internationalen Forschungskontext wurde die Frage nach den Gründen für eine Nicht-Teilnahme bereits mehrfach untersucht. Grossstudien wie ALL und PiAAC decken dabei vor allem strukturelle Hürden für eine Teilnahme auf, erklären jedoch die Entscheidungsprozesse der Einzelnen nur unzureichend (Grotlüschen & Buddeberg, 2023).
Der Forschungsbericht ging folgender Frage nach: Welche subjektiven, in der Lebenswelt verankerten Gründe sprechen aus Sicht von Erwachsenen für eine Nicht-Teilnahme an Angeboten zur Verbesserung ihrer Grundkompetenzen?

