aktuelle SKOS Richtlinien

Orientierungshilfe zum Nichtbezug von bedarfsabhängigen Sozialleistungen

Bedarfsleistungen wie die Sozialhilfe, die Ergänzungsleistungen der AHV und IV oder die individuelle Prämienverbilligung der Krankenversicherung sind zentrale Instrumente, um die Grundversorgung aller sicherzustellen und Armut zu verhindern. Ein grosser Teil der Bezugsberechtigten nimmt jedoch diese Leistungen nicht in Anspruch: Schätzungen gehen für einzelne Leistungen und Kantone von Nichtbezugsquoten von bis zu 40 % aus. Das hat Folgen für die betroffenen Personen, ihre Angehörigen und die gesamte Gesellschaft. Nichtbezug ist somit kein individuelles Problem, sondern eines mit gesellschaftlicher Tragweite. Politik und Behörden sind deshalb gefordert, den Zugang zu bedarfsabhängigen Sozialleistungen zu verbessern.

Die Nationale Plattform gegen Armut stellt neu die Orientierungshilfe «Massnahmen gegen Nichtbezug von bedarfsabhängigen Sozialleistungen» zur Verfügung, an deren Erarbeitung auch die SKOS im Rahmen einer Begleitgruppe beteiligt war. Sie zeigt praxisnah auf, welche Ursachen hinter dem Nichtbezug stehen und wie dieser reduziert werden kann. Zudem gibt sie Anhaltspunkte zur Verbesserung bestehender Strukturen und zeigt Handlungsansätze für die Umsetzung von Massnahmen gegen Nichtbezug auf. Dazu gehört beispielsweise, Informationen zu den Leistungen zielgruppengerecht und niederschwellig aufzubereiten und zu vermitteln, so dass sie auch Personen mit wenig formaler Bildung, fehlenden Sprachkenntnissen oder geringen Kenntnissen des Schweizer Sozialsystems erreichen. Ein konkretes Beispiel sind mehrsprachige Erklärvideos zur Sozialhilfe, die von der SKOS zur Verfügung gestellt und von Sozialdiensten in ihre eigenen Informationsangebote eingebunden werden können.

Zur Orientierungshilfe

 

SKOS-Weiterbildung «Einführung in die öffentliche Sozialhilfe»