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Forum zu KI in Sozialdiensten: Chancen und Herausforderungen

Wie können Sozialdienste künstliche Intelligenz (KI) verantwortungsvoll einsetzen? Und wo stehen sie heute im Umgang mit KI-Tools? Diese Fragen standen im Zentrum des Forums der SKOS und der Städteinitiative vom 8. September in Bern. Über 100 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, sich über Chancen, Risiken und praktische Erfahrungen auszutauschen.

Eine Umfrage der SKOS zum Einsatz von KI-Tools zeigt: KI ist längst auch in den Sozialdiensten angekommen. Rund 40 Prozent der befragten Institutionen setzen KI-Anwendungen in ihrer Arbeit ein. Gleichzeitig stehen viele Sozialdienste noch am Anfang einer systematischen Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der Technologie. Corinne Hutmacher-Perret, Leiterin des Fachbereichs Grundlagen und stellvertretende Geschäftsführerin der SKOS, stellte fest, dass KI-Tools vielerorts informell und ohne spezifische Regelungen oder Schulungen genutzt werden – ungeachtet der Risiken wie Datenschutzverletzungen oder Generierung fehlerhafter Daten. 

Gemäss Sabine Muff von sozialinfo.ch stellt die strategische Einführung von KI breite Anforderungen an Führungskräfte in Sozialdiensten. Nebst dem Erwerb des notwendigen Grundlagenwissens müssen ethische, rechtliche, ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragen berücksichtigt werden. Strategische Leitlinien dienen als Kompass und sollen Ziele und Werte, konkrete Anwendungsgebiete und passende KI-Tools sowie den notwendigen Kompetenzaufbau definieren. 

Christina Plafky, Dozentin an der BFH, sieht viel Potential der KI in der Sozialen Arbeit, sofern eine Reflexion mit den damit verbundenen Risiken stattfindet – etwa im Blick auf den Datenschutz oder auf die Gefahr, verzerrte oder fehlerhafte Daten zu generieren. Ein wirksamer und verantwortungsvoller Einsatz von KI-Tools erfordert bereits vor deren Einführung einen interdisziplinären Dialog über technische, ethische und rechtliche Fragen. Zentral ist zudem die Einbindung der Mitarbeitenden, um die KI-Tools auf die konkreten Anforderungen in der Sozialhilfe abzustimmen.

In der von SKOS-Geschäftsführer Markus Kaufmann moderierten Podiumsdiskussion tauschten sich Claudia Hänzi vom Sozialamt der Stadt Bern, Martin Fasel vom Sozialdienst Sense-Mittelland und Pascal Scattolin von den Sozialen Diensten Bezirk Uster mit den beiden Expertinnen über konkrete Praxiserfahrungen und damit verbundene Herausforderungen aus. Die Vertreter:innen der Sozialdienste hoffen, dass die KI Sozialarbeitende und Fallführende administrativ entlastet und so mehr Raum für ihre eigentliche Aufgabe schafft: die Beratung von Klient:innen. Gleichzeitig befürchten sie, dass die rasante technische Entwicklung und der zunehmende Druck, KI-Anwendungen einzusetzen, kaum Zeit für die notwendige Auseinandersetzung und für eine strategische Umsetzung lässt.

Das Fazit des Forums: Damit KI in Sozialdiensten wirksam und verantwortungsvoll genutzt werden kann, braucht es einen interdisziplinären Prozess, eine strategische Einführung, klare Leitlinien und spezifische Schulungen für die Mitarbeitenden. Auch die SKOS bleibt am Thema dran, etwa mit ihrem Bildungsangebot Künstliche Intelligenz im Kontext öffentlicher Sozialhilfe vom 12. und 14. Januar in Bern.

Präsentationen

SKOS-Weiterbildung «Einführung in die öffentliche Sozialhilfe»