Vor rund 30 Jahren hat sich die Schweiz zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet. 2021 richtete der UN-Kinderrechtsausschuss 137 Einzelempfehlungen an die Schweiz. Doch bei der Umsetzung bestehen noch immer Lücken. In der Schweiz sind 114 000 Kinder von Armut betroffen, 315 000 gelten als armutsgefährdet – damit ist fast jedes fünfte Kind betroffen. Besonders armutsgefährdet sind Kinder aus Einelternhaushalten, kinderreichen Familien und Familien mit Migrationshintergrund.
Das Netzwerk Kinderrechte Schweiz (NKS) legt daher in ihrer dritten Zwischenbilanz zur Umsetzung der Empfehlungen des UN-Kinderrechtsausschusses den Fokus auf die Kinderarmut. Der Bericht beleuchtet insbesondere das Recht auf soziale Sicherheit und das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard. Er zeigt auf, wo strukturelle und institutionelle Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Kinderrechte noch nicht ausreichend geschaffen sind.
Das NKS fordert eine nationale Strategie zur Bekämpfung der Kinderarmut mit verbindlichen Zielen und einer systematischen Erfolgskontrolle. Zudem brauche es eine eigenständige kinderspezifische Dimension im Nationalen Armutsmonitoring sowie schweizweite Mindeststandards bei Familienleistungen, damit kein Kind aufgrund von Wohnkanton oder Aufenthaltsstatus in Armut aufwachsen muss.
Das NKS ist ein Zusammenschluss von über 60 Schweizer NGOs, die sich für die Anerkennung und Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in der Schweiz einsetzen.
