aktuelle SKOS Richtlinien

Intensivere RAV-Beratung führt zu häufigerer Rückkehr in den Arbeitsmarkt

Im Rahmen des Impulsprogramms 2020–2024 des Bundes prüfte der Kanton Aargau eine intensivierte, kompetenzorientierte Beratung für Stellensuchende mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt. Ziel war, bei diesen Personen die Dauer der Arbeitslosigkeit zu verkürzen und eine nachhaltige Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt zu erreichen. Die Massnahme wurde projektbegleitend durch das Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS wissenschaftlich evaluiert.

Gemäss Hochrechnung sinken die Ausgaben für ALV-Taggelder aufgrund der intensivierten Beratung um rund 1.0 Mio. CHF pro Jahr. Dem stehen zusätzliche Personalkosten von jährlich rund 0.5 Mio. CHF gegenüber, die aus der höheren Betreuungsintensität resultieren. Unter dem Strich ergibt sich damit eine jährliche Nettoentlastung der ALV von ungefähr 0.5 Mio. CHF. Unter Berücksichtigung der statistischen Unschärfe bewegt sich die Bandbreite möglicher Nettoeffekte zwischen Einsparungen von 1.8 Mio. CHF und Mehrkosten von 0.7 Mio. CHF. Insgesamt sprechen die Schätzwerte somit für eine mit grosser Wahrscheinlichkeit positive Kosten-Nutzen-Bilanz.

Akzeptanz und Umsetzungsfaktoren 

Die Stellensuchenden sind mit der RAV-Beratung generell zufrieden, auch solche in der Kontrollgruppe. Teilnehmende der Massnahme bewerten Zuhören, Verständlichkeit, Tipps und Zielvereinbarungen jedoch signifikant besser. Aus Sicht der Integrationsberatenden sind der Vertrauensaufbau, die individualisierte Beratung, die engmaschige Aktivierung und die geringere Dossierbelastung zentrale Gelingensbedingungen der Massnahme. Eine gewisse Flexibilität bei Frequenz und Dauer erwies sich im Pilotprojekt ebenfalls als wichtig, da Bedürfnisse, Verfügbarkeiten und gesundheitliche Situationen der Stellensuchenden variieren.

Zur Studie