SKOS-Richtlinien 2021
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Tiefere Kosten für Sozialhilfe im 2019

Die neuen Zahlen zeigen eine Zunahme bei der EL und erstmals seit 10 Jahren einen Rückgang bei der Sozialhilfe. Die Entwicklung der Kosten entspricht den Ergebnissen der Sozialhilfeempfängerstatistik, die ebenfalls für 2019 eine leicht tiefere Zahl an SozialhilfeempfängerInnen vermeldete.

Der Kostenrückgang, bzw. tiefere Zahlen bei den Sozialhilfeempfänger*innen sind grundsätzlich eine positive Nachricht, wenn sie Folge einer besseren beruflichen Integration sind. Die SKOS beobachtet aber auch eine Zunahme beim Nichtbezug. Seit der Verschärfung des Ausländer- und Integrationsgesetzes stellen die zuständigen Stellen im ganzen Land fest, dass sich viele Ausländer*innen in Notsituationen nicht mehr bei den Sozialdiensten melden bzw. sich abmelden, auch wenn ihre Existenz noch nicht gesichert ist. Im Jahr 2019 sank die Anzahl von unterstützten Personen mit Ausweis C um 9 Prozent gegenüber 2017. Bei Personen mit Ausweis B waren es 7 Prozent. Bei Schweizerinnen und Schweizern betrug der Rückgang lediglich 3 Prozent. Seit dem Beginn der Corona-Krise zeigt sich diese Entwicklung in aller Deutlichkeit. In vielen Städten bildeten sich lange Schlangen vor den Lebensmittelabgabestellen. Hilfswerke meldeten hingegen einen starken Anstieg von Hilfsgesuchen von Menschen, die im Prinzip Anrecht auf Sozialhilfe haben.

Verzicht wirkt sich kurzfristig zwar positiv auf die Kosten aus, längerfristig verschlechtert er die Situation der Betroffenen und damit auch der Möglichkeiten, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das ist umso gravierender, wenn es Kinder betrifft. Die Altersgruppe 0-17 Jahre ohne Schweizer Pass hat mit 9,9 Prozent schweizweit die höchste Sozialhilfequote. Sie liegt dreimal höher als der nationale Durchschnitt. Wenn sich die Ausländerinnen und Ausländer nicht mehr bei der Sozialhilfe anmelden bzw. abmelden, sind folglich vor allem Kinder und Jugendliche die Leidtragenden und das Leben in Prekarität wird zwangsläufig deren Chancen auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft schmälern.

Mitteilung BFS

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