SKOS-Richtlinien 2021
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Finanzielle Schwierigkeiten wegen der Corona-Krise – was tun?

In Folge der Corona-Krise kommen viele Menschen in der Schweiz in finanzielle Schwierigkeiten.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Unterstützungsmöglichkeiten:

Angestellt in Kurzarbeit

Sie sind angestellt und Ihr Arbeitgeber hat Kurzarbeit angemeldet. Dann haben Sie gegenüber dem Arbeitgeber einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung in der Höhe von 80 % des bisherigen Lohns. 

Wenn Sie einen Arbeitsvertrag haben und Ihr Betrieb zu wenig Aufträge hat, kann der Arbeitgeber Kurzarbeit beantragen. Während der Corona-Krise erhalten auch Personen, die temporär angestellt sind oder im Stundenlohn, Kurzarbeitsentschädigung. Auch Personen, die auf Abruf arbeiten, haben unter bestimmten Umständen Anrecht auf eine Entschädigung. Genaue Angaben zur Kurzarbeit finden Sie hier.

Sie erhalten während der Kurzarbeit 80% ihres aktuellen Einkommens vom Arbeitgeber. Die Kurzarbeitsentschädigung wird durch Ihren Arbeitgeber beantragt. Sie müssen sich nicht selbst anmelden.

Ab dem 1. September 2020 gilt neu eine Höchstbezugsdauer für die Kurzarbeitsentschädigung von 18 Monaten (statt 12 Monaten).

Wenn die Kurzarbeitsentschädigung nicht reicht für Ihren Existenzbedarf, können Sie ergänzend dazu Sozialhilfe (vgl. Punkt 5) beantragen.

Arbeitslos nach Entlassung

Sie haben Ihre Arbeitsstelle verloren. Dann haben Sie gegenüber der Arbeitslosenkasse einen Anspruch auf Arbeitslosentaggelder in der Höhe von 70% bzw. 80% des bisherigen Lohns. 

Wenn Ihr Arbeitsvertrag gekündigt wird oder ausläuft, haben Sie Anspruch auf Arbeitslosentaggeld. Genaue Angaben zur Höhe, Dauer und zu weiteren Fragen finden Sie hier. Während der Corona-Krise haben Sie Anspruch auf zusätzliche 120 Taggelder, d.h. Sie können rund ein halbes Jahr länger Arbeitslosentaggelder beziehen.

Sie müssen sich beim RAV (Regionale Arbeitsvermittlungsstelle) anmelden, um Arbeitslosentaggelder zu beziehen (Adressliste).

Wenn die Arbeitslosentaggelder nicht für die Sicherung des Existenzbedarfs ausreichend sind, können Sie ergänzend dazu Sozialhilfe beantragen (vgl. Punkt 5).

Erwerbsausfall bei Selbständigkeit

Sie sind selbständig erwerbstätig mit einer Tätigkeit, die vom Bundesrat vorübergehend eingeschränkt wurde. Dann haben Sie möglicherweise gegenüber der Ausgleichskasse einen Anspruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung. Die bisher gültigen Bedingungen für die Entschädigung endeten am 16. September 2020. Nun hat das Parlament im September mit der Beratung des Covid erneut eine Verlängerung beschlossen:

Gemäss dem Willen des Parlaments gelten Personen mit einem Erwerbs- oder Lohnausfall, die in ihrer Unternehmung eine Umsatzeinbusse von mindestens 55 % im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz der Jahre 2015-19 haben, in ihrer Erwerbstätigkeit als massgeblich eingeschränkt. Welche Anpassungen der Bundesrat betreffend die anspruchsberechtigten Personen und insbesondere den Taggeldanspruch von besonders gefährdeten Personen, den Beginn und das Ende des Anspruchs auf Entschädigung, die Höchstmenge an Taggeldern; die Höhe und die Bemessung der Entschädigung sowie das Verfahren zur Bewilligung ist noch nicht klar. Der Bundesrat soll gemäss dem Willen des Parlaments sicherstellen, dass Entschädigungen auf der Grundlage des selbstdeklarierten Erwerbsausfalls ausgerichtet werden. Die Richtigkeit der Angaben mittels Stichproben überprüft werden. Sobald die angepassten Bestimmungen veröffentlicht wurden, werden Sie hier aufgeschaltet.

Wer hat Anrecht auf eine Entschädigung?

  • Eltern mit Kindern, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, weil die Fremdbetreuung der Kinder nicht mehr gewährleistet ist;
  • Personen, die wegen einer Quarantänemassnahme ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen;
  • Selbstständigerwerbende, die auf Anordnung des Kantons oder des Bundes den Betrieb schliessen müssen und dadurch einen Erwerbsausfall erleiden;
  • Selbstständigerwerbende, die von einem behördlichen Verbot einer oder mehrerer Veranstaltungen betroffen sind; 

Wann endet der Anspruch auf die Entschädigung?

Wie lange die Entschädigungen gelten, ist offen.

Corona-Erwerbsersatz anmelden

Sie können Ihr Gesuch für die Corona-EO online einreichen. Weitere Angaben zur Corona-EO finden Sie hier.

Wenn die Corona-EO nicht zur Sicherung des Existenzbedarfs genügt, können Sie ergänzend dazu Sozialhilfe beantragen (vgl. Punkt 5).

Sozialhilfe

Sie erhalten keine der oben genannten Unterstützungen oder diese Unterstützungen genügen nicht, um Ihren Existenzbedarf gemäss SKOS-Richtlinien zu sichern: Dann haben Sie Anspruch auf Sozialhilfe in der Höhe Ihres Existenzbedarfs, unter Anrechnung aller Einkünfte und nach Verzehr des Vermögens bis zur Freigrenze.

Wenn Sie Ihren Existenzbedarf nicht decken können, weil Sie keinen Anspruch haben auf eine der oben genannten Unterstützungen oder weil diese Unterstützung nicht genügend hoch ist, haben Sie Anspruch auf Sozialhilfe.

Die Höhe der Sozialhilfe richtet sich nicht nach dem bisherigen Lohn. Sie entspricht Ihrem Existenzbedarf, wie er in den SKOS-Richtlinien definiert ist. Alle Einkünfte sowie Ihr Vermögen werden angerechnet.

Wie die Sozialhilfe funktioniert und welche Rechte und Pflichten Sie dabei haben, ist hier beschrieben. Sie können sich beim Sozialdienst Ihrer Gemeinde bzw. Ihrer Region anmelden. Die Adressliste der Sozialdienste und weiterer Beratungsstellen finden Sie hier.

 

 

Ein Erklärvideo des SECO zeigt, was die Massnahme der Kurzarbeit bedeutet:

 

 

Erklärvideo des SECO zu Massnahmen für Selbstständige und Kulturschaffende:

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