Weiterbildungsoffensive: Interessierte Sozialdienste gesucht

Nationales Programm zur Unterstützung von kleinen und mittleren Gemeinden, Städten und Regionen

Sozialhilfebeziehende mit ungenügenden Grundkompetenzen oder ohne Berufsabschluss müssen die Möglichkeit haben, sich weiterzubilden. Dies benötigt in den Sozialdiensten entsprechende Förderstrukturen. Im Rahmen der von der SKOS und dem Schweizerischen Verband für Weiterbildung (SVEB) lancierten Weiterbildungsoffensive sollen kleinere und mittlere Sozialdienste beim Aufbau einer Förderstruktur bedarfsorientiert unterstützt und begleitet werden. Interessierte Sozialdienste, Gemeinden, Städte oder regionale Verbunde können sich bis Ende November bei der SKOS-Geschäftsstelle melden.

Die Hälfte der Erwachsenen, die Sozialhilfe benötigen, hat keinen Berufsabschluss. Fast 30 Prozent haben Probleme mit den Grundkompetenzen. Sie verfügen somit nicht über die Voraussetzungen für eine nachhaltige Integration in einen sich rasch entwickelnden Arbeitsmarkt.

Aktuell werden Sozialhilfebeziehende meistens so rasch wie möglich in den ersten oder zweiten Arbeitsmarkt integriert. Die rasche Ablösung von der Sozialhilfe ist dabei das oberste Ziel. Bei Personen mit ungenügender beruflicher Qualifikation ist die Ablösung oft nur von kurzer Dauer. Langfristig sind die Betroffenen aufgrund prekärer Jobs oder erneuter Arbeitslosigkeit wieder auf die Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen.

Die Weiterbildungsoffensive fordert, dass Betroffene grundsätzlich nur in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden sollen. Das ist nur mit einer fundierten und nachhaltigen Qualifizierung möglich.

In den Sozialdiensten sind entsprechende Förderstrukturen notwendig, um die Weiterbildungsoffensive umsetzen zu können.

SKOS und SVEB unterstützen Sozialdienste bei der Umsetzung

Die SKOS und der SVEB bereiten mit Unterstützung der Paul Schiller Stiftung ein Programm zur Umsetzung der Weiterbildungsoffensive vor. 14 Städte und Gemeinden sollen beim Aufbau von Förderstrukturen unterstützt und begleitet werden. Diese Strukturen beinhalten beispielsweise

  • die Selektion von Sozialhilfebeziehenden für die Standortbestimmungen
  • die Durchführung von Standortbestimmungen
  • die Erarbeitung von Bildungsplänen und
  • die Begleitung von Bildungswegen

Im Rahmen des geplanten Programms werden bedarfsorientiert folgende Unterstützungsangebote zur Verfügung gestellt:

  • Beratung und Begleitung durch Experten 
  • die Bereitstellung von Praxisinstrumenten und Vorlagen 
  • Workshops für Leitungspersonen und Beratende in Sozialdiensten 
  • Vernetzungs- und Austauschtreffen der beteiligten Sozialdienste

Projekt in drei Phasen

Das Gesamtprojekt läuft über drei Jahre und ist in drei Phasen unterteilt:

  • Startphase (September 2018 - Mai 2019): Vorbereitung der Umsetzungsphase
  • Beratung und Begleitung der Städte und Gemeinden zur Entwicklung und Pilotierung einer Förderstruktur im Bereich Weiterbildung (Juni 2019 - Mai 2021)
  • Evaluation und Projektabschluss (Juni 2021 - September 2021)

Interessierte Sozialdienste, Gemeinden, Städte oder regionale Verbunde können sich gerne bis Ende November bei der Geschäftsstelle der SKOS melden. Umgesetzt werden soll das Projekt in 14 verschiedenen Sozialdiensten.

Für weitere Informationen oder Rückfragen steht ihnen Frau Bettina Seebeck, Leiterin Fachbereich Grundlagen SKOS, gerne zur Verfügung.

bettina.seebeck[at]skos.ch, 031 326 19 18