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2200 Menschen in der Schweiz sind obdachlos - viele stehen kurz davor

Schätzungsweise 2200 Menschen sind in der Schweiz obdachlos und etwa 8000 stehen kurz davor, ihre Wohnung zu verlieren. Die Studie «Obdachlosigkeit in der Schweiz», die die Hochschule für Soziale Arbeit Nordwestschweiz (FHNW) im Auftrag des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO) erarbeitet hat, untersucht was die Kantone zur Prävention und Bekämpfung von Obdachlosigkeit unternehmen.

Um Antworten auf diese Frage zu finden wurde bei Schweizer Gemeinden und Kantonen eine Online-Umfrage durchgeführt: 22 der 26 Kantone und 616 Gemeinden - also etwa 28 Prozent aller Gemeinden der Schweiz - beteiligten sich.
Aufgrund der Befragungen konnte geschätzt werden, dass in der Schweiz gesamthaft 2200 Menschen von Obdachlosigkeit betroffen und weitere 8000 Menschen von Wohnungsverlust bedroht sind. Obdachlosigkeit findet sich vor allem in Grossstädten und grösseren Agglomerationen, während drohender Wohnungsverlust auch in Zentrumsgemeinden in ländlichen Regionen vorkommt. Als Gründe für Obdachlosigkeit wurden oft Konsum-, Schulden- sowie Drogenprobleme genannt. Auch soziale und migrationsbedingte Ursachen spielen eine Rolle. 

Die antwortenden Kantone und Gemeinden anerkennen grundsätzlich die staatliche Verantwortung bei der Bekämpfung und Verhinderung von Obdachlosigkeit. Die konkrete Umsetzung ist allerdings unterschiedlich auch weil Obdachlosigkeit je nach Kanton und Gemeinde verschiedenen Politikbereichen zugeordnet wird. Vielerorts stehen die Massnahmen im Zusammenhang mit der der Sozial- und Nothilfe, was voraussetzt, dass die betroffenen Personen bei der Sozialhilfe gemeldet sind. Ein umfassendes Gesamthilfesystem ist auf Kantons- und Gemeindeebene wenig verbreitet.

Verbesserung der Datenlage
Das Phänomen Obdachlosigkeit ist in der Schweiz bisher wenig erforscht. Deswegen fehlt es an grundlegenden Daten. Die Autorinnen und Autoren der Studie empfehlen deshalb, die Datenlage und das Monitoring zu verbessern, die Obdachlosigkeit in ihren diversen Formen klarer zu erfassen und zu definieren und einen nationalen Orientierungsrahmen zu erarbeiten. Zudem regen die Autorinnen und Autoren die Stärkung der Zusammenarbeit auf allen Ebenen an. Sie empfehlen ebenfalls die Prüfung einer Strategie zur Wohnungsversorgung. Damit könnten obdachlose Menschen einen verbesserten Zugang zu einer dauerhaften Wohnlösung erhalten.

Zur Studie

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