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Lebenshaltungskosten verschärfen Ungleichheit

In der 37. Ausgabe der Zeitschrift Social Change in Switzerland zeigen Forscher der Berner Fachhochschule für Soziale Arbeit und der Universität Bern anhand der Steuerdaten von 3 Millionen Personen, dass die Lebenshaltungskosten die Ungleichheit in der Schweiz erheblich verschärfen. Hauptgrund dafür sind die hohen Kosten für Wohnen, Krankenkassenprämien und Güter des täglichen Bedarfs, die ärmere Haushalte wesentlich stärker belasten als wohlhabendere. Studien zur ökonomischen Ungleichheit konzentrieren sich in der Regel auf Unterschiede in der Verteilung von Einkommen und Vermögen. Die Lebenshaltungskosten werden dabei häufig vernachlässigt, obwohl das wirtschaftliche Wohlergehen primär von den Konsummöglichkeiten abhängt. Eine neue Studie untersucht deshalb auf der Basis von verknüpften Steuerdaten von 3 Millionen Personen, wie sich die Einkommensverteilung in der Schweiz verändert, wenn die Ausgaben für Güter des täglichen Bedarfs, Wohnkosten, Krankenkassenprämien und direkte Steuern berücksichtigt werden. Die Studie zeigt, dass das ärmste Zehntel der Bevölkerung 82 Prozent seines Haushaltseinkommens für die Deckung der minimalen Lebenshaltungskosten (Alltagsauslagen, Wohnen, Krankenkasse und Steuern) ausgibt – verglichen mit 31 Prozent beim reichsten Zehntel. Besonders ins Gewicht fallen die Krankenkassenprämien. Während das reichste Zehntel nur 3 Prozent des Haushaltseinkommens dafür ausgibt, sind es beim ärmsten Zehntel 21 Prozent, wovon ein Drittel durch Prämienverbilligungen aufgefangen wird.

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