Sozialhilfe während Corona-Krise
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Ja zur Weiterbildung für Sozialhilfebeziehende

Sozialhilfebeziehende sollen eine Chance zur Weiterbildung und damit zur beruflichen Integration erhalten. Der Ständerat hat bei der Beratung der BFI-Periode 2021-2024 die Mittel für die Grundkompetenzenförderung in den Kantonen von 15 auf 43 Millionen Franken erhöht. Er erfüllt damit eine Forderung der Weiterbildungsoffensive, welche die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) und der Schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) mit dem Ziel lanciert hatten, Sozialhilfebeziehenden den Weg in den Arbeitsmarkt zu öffnen.

In der Schweiz sind aktuell etwa 273‘000 Personen auf die Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen. Rund zwei Drittel davon sind Erwachsene, die Hälfte davon hat keinen Berufs­abschluss. Fast 30 Prozent der Sozialhilfebeziehenden haben Schwierigkeiten mit den Grundkompetenzen wie Lesen und Schreiben oder mit dem Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien. Mit geeigneten Bildungsmassnahmen kann ein Teil der Sozialhilfebeziehenden nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden. Geschätzt wird, dass rund 40 Prozent der erwachsenen Sozialhilfebeziehenden die nötigen Voraussetzungen mitbringen. Das sind schweizweit rund 75'000 Personen. Sie erhalten jedoch nur eine Chance, wenn sie ihre Bildungsdefizite gezielt aufarbeiten können. Gemeinsam lancierten deshalb die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) und der Schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) im 2018 die Weiterbildungsoffensive.

Die zur Umsetzung der Weiterbildungsoffensive nötigen Mittel hat der Ständerat als Erstrat bei der Beratung der BFI-Botschaft für 2021 bis 2024 zur Verfügung gestellt. Mit den zusätzlichen Mitteln sollen einerseits bestehende Angebotslücken geschlossen werden, andererseits soll sichergestellt werden, dass Sozialhilfebeziehende Zugang zu den Förderstrukturen in der Weiterbildung, der Berufsbildung und der Arbeitslosenversicherung haben. Gefordert sind nun die Kantone, die gemäss Vereinbarung zwischen EDK und SBFI Mittel in der gleichen Höhe für die Grundkompetenzen zur Verfügung stellen sollen.

Die Weiterbildungsoffensive ist aus Sicht von SKOS und SVEB das geeignete Mittel, nicht nur die Lage von Sozialhilfebezügerinnen und -bezügern zu verbessern. Es wird so auch ein wichtiger Beitrag zur Ausschöpfung des Inländerpotenzials geleistet. Neben dem Nutzen für das Individuum lohnt es sich auch sozial und wirtschaftlich, in die Weiterbildung von Sozialhilfebeziehenden zu investieren. Beispielhafte Projekte in einzelnen Kantonen zeigen, dass der Weg erfolgversprechend ist.

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