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Investitionen in Bildung lohnen sich - auch für Erwachsene

Mangelnde Berufsbildung ist in der Schweiz einer der wichtigsten Risikofaktoren für Armut. Der technologische Fortschritt führt dazu, dass eine grosse Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften besteht. Gering qualifizierte Personen hingegen haben zunehmend Mühe, einen Arbeitsplatz zu finden, da einfache und repetitive Arbeiten immer mehr vom Arbeitsmarkt verschwinden. An einer Tagung der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) in Biel diskutierten und präsentierten 250 Fachleute am Mittwoch, 8. März 2017 zukunftsweisende Bildungsprojekte und -strategien, die es ermöglichen sollen, die Abhängigkeit von der Sozialhilfe möglichst im Voraus zu verhindern.

«Tatsache ist, dass der Arbeitsplatz Schweiz Jahr für Jahr bis zu 10‘000 offene Lehrstellen aufweist und einen steigenden Fachkräftemangel beklagt. Es ist daher absolut entscheidend, dass Personen ohne Berufsbildung auch noch im Erwachsenenalter Zugang haben zu Nachholbildung und insbesondere zu einer Berufslehre», betonte Therese Frösch Co-Präsidentin der SKOS an der Tagung «Bildung statt Sozialhilfe: Chancen für Erwachsene». Einen besonderen Fokus legte die Tagung auf die Grundbildung, da in der Sozialhilfe rund 28% der Betroffenen über ungenügende Grundkompetenzen verfügen und Mühe haben, selbst einfache Texte zu lesen und zu verstehen oder einfache Rechenaufgaben zu lösen. Das trifft auf Schweizerinnen und Schweizer zu und gilt insbesondere auch für Ausländerinnen und Ausländer in der Sozialhilfe. Arbeitgeber, die Erwachsene mit tiefer Grundbildung beschäftigen, könnten bei der Förderung der Grundkompetenzen eine sehr entscheidende Rolle spielen. Das in Biel vorgestellte Projekt GO ist ein Instrumentarium, um Grundkompetenzen von Erwachsenen direkt am Arbeitsplatz zu fördern. Weitere in Biel vorgestellte Projekte waren FORMAD (VD) und Réalise (GE).

Investitionen in die Bildung lohnen sich, weil sie den betroffenen Personen berufliche Perspektiven eröffnen, das inländische Potenzial an Arbeitskräften auszuschöpfen, und verringern nicht zuletzt die Sozialhilfekosten in den Kantonen und Gemeinden. Mit der Bieler Tagung richtet die SKOS den Fokus auf die Förderung von in diesem Sinne zukunftsgerichteten Aktivitäten. Diese leisten einen Beitrag, dass möglichst wenige Menschen in der Schweiz in die Abhängigkeit von der Sozialhilfe geraten oder sich rasch wieder ablösen können.

Weitere Auskünfte
Therese Frösch Co-Präsidentin SKOS 078 885 49 48
Markus Kaufmann Geschäftsführer SKOS 031 326 19 14
Bettina Seebeck Leiterin Grundlagen SKOS 031 326 19 11

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