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Medienkonferenz «Arbeit dank Bildung» - Weiterbildungsoffensive für Personen in der Sozialhilfe

75'000 Erwachsene in der Sozialhilfe haben eine Chance zur beruflichen Integration, sofern sie sich gezielt weiterbilden können. Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) und der Schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) lancieren deshalb eine Weiterbildungsoffensive mit dem Ziel den Betroffenen den Weg in den Arbeitsmarkt zu öffnen.

2016 waren in der Schweiz 273‘000 Personen auf die Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen. Rund zwei Drittel davon sind Erwachsene, die Hälfte davon, hat keinen Berufs-abschluss. Fast 30 Prozent der Sozialhilfebeziehenden haben Schwierigkeiten mit den Grundkompetenzen, wie Lesen und Schreiben, oder mit dem Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien.

Mit geeigneten Bildungsmassnahmen kann ein Teil der Sozialhilfebeziehenden nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden. Geschätzt wird, dass rund 40 Prozent der erwachsenen Sozialhilfebeziehenden die nötigen Voraussetzungen und die entsprechende Motivation mitbringen. Das sind schweizweit rund 75'000 Personen. Sie erhalten jedoch nur eine Chance, wenn sie ihre Bildungsdefizite gezielt aufarbeiten können. Gemeinsam lancieren deshalb die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) und der Schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) eine Weiterbildungsoffensive.

Ziel der Weiterbildungsoffensive ist es, Bezügerinnen und Bezügern von Sozialhilfe ohne genügende Grundkompetenzen und ohne abgeschlossene Berufslehre die Möglichkeit zu geben, sich nach ihren individuellen Voraussetzungen weiterzubilden. Basierend auf einer individuellen Abklärung der individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten, soll jeweils ein verbindlicher Bildungsplan erarbeitet und umgesetzt werden.

Die Förderung basiert grundsätzlich auf einem dreistufigen Modell der Qualifizierung:

  • Erwerben von Grund-, Schlüssel- und Alltagskompetenzen;
  • Erwerben von beruflichen Qualifikationen unterhalb der Schwelle der beruflichen Grundbildung;
  • Absolvieren einer beruflichen Grundbildung.

Zur Umsetzung der Weiterbildungsoffensive fordern SKOS und SVEB vom Bund im Rahmen der BFI-Periode 2021 bis 2024 einen substantiellen Kredit für die Förderung von Grund-kompetenzen sowie für die berufliche Qualifizierung von Sozialhilfebeziehenden. In der BFI-Periode 2017-2020 standen hierfür pro Jahr im Durchschnitt lediglich CHF 15 Mio. von insgesamt 26 Mrd. CHF zur Verfügung. Mit den zusätzlichen Mitteln sollen einerseits bestehende Angebotslücken geschlossen werden, andererseits soll sichergestellt werden, dass Sozialhilfebeziehende Zugang zu den Förderstrukturen in der Weiterbildung, der Berufsbildung und der Arbeitslosenversicherung haben.

Die Bildungsoffensive ist aus Sicht von SKOS und SVEB das geeignete Mittel, nicht nur die Lage von Sozialhilfebezügerinnen und -bezügern zu verbessern. Es wird so auch ein wichtiger Beitrag zur Ausschöpfung des Inländerpotenzials geleistet. Neben dem Nutzen für das Individuum lohnt es sich auch sozial und wirtschaftlich, in die Weiterbildung von Sozial-hilfebeziehenden zu investieren. Beispielhafte Projekte in einzelnen Kantonen zeigen, dass der Weg erfolgversprechend ist.

Auskunft:
Felix Wolffers, SKOS Co-Präsident, 079 763 9 26
Matthias Aebischer, SVEB-Präsident, 079 607 17 30
Bernhard Grämiger, Direktor SVEB, 078 842 27 87
Antoinette de Weck, Gemeinderätin Freiburg, 026 351 73 04
Raphael Golta, Sozialvorsteher Stadt Zürich, 044 412 61 55
Pierre-Yves Maillard, Staatsrat, Vorsteher Gesundheits- und Sozialdepartement Waadt (Projekt Forjad/Formad), 021 316 50 40

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