Sozialhilfe während Corona-Krise
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Aktualisiertes Merkblatt: Empfehlungen zur Sozialhilfe während Epidemie-Massnahmen

Es gibt zurzeit viele Neuanmeldungen auf den Sozialämtern (Symbolbild).

Der Bundesrat hat am 16. März 2020 zum Schutz der Bevölkerung und zur Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems eine «ausserordentliche Lage» erklärt und diverse Massnahmen ergriffen, die vorderhand bis zum 19. April 2020 gelten (siehe BAG).

Diese vom Bund verordneten Massnahmen haben Auswirkungen auf die Sozialhilfe. Die SKOS veröffentlicht für den Zeitraum, in welchem die ausserordentliche Lage gilt, Empfehlungen. Sie beziehen sich auf

  • die Arbeit auf Sozialdiensten (Ziff. 2),  
  • die Fortführung der bisherigen Unterstützung (Ziff. 3),
  • Gesuche um neue oder zusätzliche Unterstützung (Ziff. 4) und
  • Massnahmen für Bildung sowie berufliche und soziale Integration (Ziff. 5).

Erwerbsersatzentschädigungen und Kurzarbeit

Am 20. März hat der Bundesrat Anpassungen bei den Erwerbsersatzentschädigungen und der Kurzarbeit beschlossen. Neu erhalten Selbstständigerwerbende, deren Erwerbstätigkeit durch die Verordnungen des Bundes verboten wurde, Erwerbsersatz. Erste Auszahlungen sind Mitte April vorgesehen. Temporärangestellte und Personen im Stundenlohn haben neu auch Anrecht auf Kurzarbeitsentschädigung. Informationen dazu finden Sie hier. 

Die SKOS hat ihre Empfehlungen entsprechend ergänzt.

Kommentare (1)

  • Judith Stierlin
    Judith Stierlin
    vor 5 Tagen
    Besten Dank für die zusammengefassten Informationen. Derzeit läuft so viel, da ist es eine grosse Herausforderung, die Übersicht zu behalten.

    Mich würde interessieren, wie andere Sozialdienste ihre Arbeit in dieser aussergewöhnlichen Zeit meistern und welche speziellen Massnahmen ergriffen wurden. Der Austausch, welcher sonst so selbstverständlich und vor allem informell funktioniert, kommt derzeit häufig etwas zu kurz.

    Wir sind bemüht, den Betreib wie gewohnt aufrecht zu erhalten. Dazu haben wir unser Team aufgeteilt und wechseln uns ab, immer eine Woche im Büro, eine Woche im Homeoffice. Wir haben einen speziellen Schalter mit Plexiglasscheibe eingerichtet, wo wir die wenigen Klientenkontakte, welche persönlich notwendig sind (Neuanmeldungen, zum kurzen Kennenlernen und zur Ausweiskontrolle, max. 15min) abhalten. Alle weiterführenden Kontakte finden per Telefon, Mail und Post statt. In der ersten Woche haben wir damit gute Erfahrungen gemacht. Arbeitsvermittlung, Integrationsprojekte, sämtliche externen Termine haben wir vorläufig ausgesetzt. Unsere Klientel soll, wenn möglich, zu Hause bleiben.

    Für uns sind die Asylsuchenden in dieser Situation eine besondere Herausforderung. Wir haben eine Liegenschaft, in welcher derzeit acht junge Männer wohnen. Jeder hat zwar ein Einzelzimmer, doch die sanitären Anlagen teilen sie sich. Nun ist eine Person in Quarantäne (es wurde kein Test gemacht). Wir haben alle persönlich informiert über die Situation, besondere Regeln ausgearbeitet und nachdrücklich kommuniziert, stellen genügend Seife, Putz- und Desinfektionsmittel zur Verfügung, doch ob sie sich wirklich daran halten, das können wir nur schlecht kontrollieren. Hier appellieren wir an die Eigenverantwortung. Wir hoffen, die Herren sind vernünftig genug.

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