Sozialhilfe während Corona-Krise
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Normalisierung auch in der Sozialhilfepraxis – aktualisierte Empfehlungen

Angesichts der stark gesunkenen Corona-Infektionszahlen hat der Bundesrat erhebliche Lockerungen der Massnahmen per 6. Juni beschlossen. Die «ausserordentliche Lage» wird am 19. Juni aufgeboben. In der danach geltenden «besonderen Lage» gibt der Bund wieder mehr Kompetenzen an die Kantone ab.

Mit den Lockerungen kommt es auch in der Sozialhilfepraxis in vielen Bereichen zu einer Normalisierung und etliche der empfohlenen Epidemie-Massnahmen werden hinfällig. Die SKOS hat ihre Empfehlungen zur Sozialhilfe dementsprechend aktualisiert.

Zu den Empfehlungen

Kommentare (2)

  • Judith Stierlin
    Judith Stierlin
    am 31.03.2020
    Besten Dank für die zusammengefassten Informationen. Derzeit läuft so viel, da ist es eine grosse Herausforderung, die Übersicht zu behalten.

    Mich würde interessieren, wie andere Sozialdienste ihre Arbeit in dieser aussergewöhnlichen Zeit meistern und welche speziellen Massnahmen ergriffen wurden. Der Austausch, welcher sonst so selbstverständlich und vor allem informell funktioniert, kommt derzeit häufig etwas zu kurz.

    Wir sind bemüht, den Betreib wie gewohnt aufrecht zu erhalten. Dazu haben wir unser Team aufgeteilt und wechseln uns ab, immer eine Woche im Büro, eine Woche im Homeoffice. Wir haben einen speziellen Schalter mit Plexiglasscheibe eingerichtet, wo wir die wenigen Klientenkontakte, welche persönlich notwendig sind (Neuanmeldungen, zum kurzen Kennenlernen und zur Ausweiskontrolle, max. 15min) abhalten. Alle weiterführenden Kontakte finden per Telefon, Mail und Post statt. In der ersten Woche haben wir damit gute Erfahrungen gemacht. Arbeitsvermittlung, Integrationsprojekte, sämtliche externen Termine haben wir vorläufig ausgesetzt. Unsere Klientel soll, wenn möglich, zu Hause bleiben.

    Für uns sind die Asylsuchenden in dieser Situation eine besondere Herausforderung. Wir haben eine Liegenschaft, in welcher derzeit acht junge Männer wohnen. Jeder hat zwar ein Einzelzimmer, doch die sanitären Anlagen teilen sie sich. Nun ist eine Person in Quarantäne (es wurde kein Test gemacht). Wir haben alle persönlich informiert über die Situation, besondere Regeln ausgearbeitet und nachdrücklich kommuniziert, stellen genügend Seife, Putz- und Desinfektionsmittel zur Verfügung, doch ob sie sich wirklich daran halten, das können wir nur schlecht kontrollieren. Hier appellieren wir an die Eigenverantwortung. Wir hoffen, die Herren sind vernünftig genug.
  • Camenisch
    Camenisch
    am 09.04.2020
    Seit Agenda 2010 ist der Begriff der „Eigenverantwortung“ in aller Munde. Amtsträger, Politiker, Unternehmer, Selbständigerwerbende und selbst Angestellte gebrauchen das Unwort gebetsmühlenartig. Die Bezeichnung stammt aus der katholischen „Sozial“-lehre und hat sich inzwischen wie ein Virus zum neoliberalen Gassenhauer mutiert. Menschen in prekären Situationen werden durch eine Individualisierung im Sinne sogenannter Selbstverantwortung von Behörden und ihren willfährigen Institutionen an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Die bürgerlichen Politiker haben aufgrund der Corona-Krise beschlossen, das Subsidiaritäts-prinzip bzw. die Eigenverantwortung einstweilen mit Sofortmassnahmen für gewisse moribunden Schichten der Gesellschaft, ausser Kraft zu setzen. Der Grundsatz der Gleichbehandlung – ein Mythos!

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