Die kontinuierliche systematische Beobachtung und Dokumentation der Situation in den einzelnen Kantonen trägt zu einem besseren Verständnis und einer grösseren Transparenz der 26 kantonalen Systeme der Bedarfsleistungen bei. Das grafisch dargestellte, interaktive Monitoring ermöglicht den direkten Vergleich zwischen den Kantonen. So können Veränderungen bei Bedarfsleistungen oder Zwangsausgaben in einzelnen Kantonen verglichen werden.

Zu den Grafiken


Methodische Grundlagen

Für die Berechnung und Darstellung der frei verfügbaren Einkommen in den Kantonshauptorten hat die SKOS gemeinsam mit dem Institut für Politikstudien Interface ein Modell entwickelt. Das Modell berechnet das frei verfügbare Einkommen für vier vordefinierte Falltypen.

Das frei verfügbare Einkommen
Unter dem frei verfügbaren Einkommen wird jenes Einkommen verstanden, das dem Haushalt unter Berücksichtigung aller Einnahmen (Lohneinkommen und Bedarfsleistungen wie Alimentenbevorschussung, Mietzinszuschüsse, Verbilligung der obligatorischen Krankenversicherung, spezifische Leistungen für Familien u.a.) abzüglich Steuern, Miete, obligatorische Krankenkassenprämien und Kosten für die familienergänzende Kinderbetreuung zur Verfügung steht. Mit dem frei verfügbaren Einkommen müssen die Haushalte alle Ausgaben für Nahrung, Kleidung, Bildung, Transport, Freizeit usw. sowie Versicherungsleistungen und allfällige Selbstbehalte finanzieren. Die Berechnung des frei verfügbaren Einkommens ist in der folgenden Grafik ersichtlich:

Idealtypische Haushalte
Um die Eigenheiten der Sozialhilfe, des Steuersystems und des Systems der Bedarfsleistungen in den einzelnen Kantonshauptorten abbilden und untereinander vergleichen zu können, muss als Basis eine für alle Kantonshauptorte gleiche Ausgangslage geschaffen werden. Zu diesem Zweck wurden Falltypen von Haushalten definiert, die potenziell armutsgefährdende Charakteristiken aufweisen. Gleichzeitig sollten Haushaltssituationen betrachtet werden, die repräsentativ für die Gesellschaftsstrukturen in der Schweiz sind. Untersuchte Falltypen:

Um verschiedene und plausible Erwerbssituationen abbilden zu können, müssen Annahmen bezüglich Erwerbsgrad und Einkommen getroffen werden. Diese sind für Sozialhilfebeziehende auch in Bezug auf einen Einkommensfreibetrag relevant. Ausserdem müssen für erwerbslose Sozialhilfebeziehende Annahmen zur Art und zum Umfang allfälliger Integrationsaktivitäten, Stellensuche etc. getroffen werden, da diese zu einer Integrationszulage berechtigen. Solche Annahmen sind unabdingbar und beeinflussen die Resultate wesentlich. Detailliertere Angaben zu den getroffenen Grundannahmen finden sich in den Studien oder im folgenden Auszug daraus:


Lesehilfe zu den Grafiken

  • Die rote und blaue Linie bilden das jeweilige frei verfügbare Einkommen (Y-Achse) bei einem bestimmten Bruttolohn (X-Achse) ab. Die rote Linie zeigt das frei verfügbare Einkommen von Haushalten, die Sozialhilfe beziehen. Die blaue Linie stellt das frei verfügbare Einkommen von Haushalten ausserhalb der Sozialhilfe dar.
  • Das frei verfügbare Einkommen ohne Erwerbseinkommen wird durch den roten Punkt am linken Rand markiert.
  • Die feinen senkrechten roten Linien geben zusammen mit den Prozentwerten den Grad der Erwerbstätigkeit an. Zwischen den einzelnen Prozentwerten bleibt der jeweilige Beschäftigungsgrad konstant.
  • Die rote Linie im Bereich der 100-Prozent-Erwerbstätigkeit endet dort, wo der Anspruch auf Sozialhilfe erlischt, weil das Bruttoeinkommen den anrechenbaren Aufwand in der Sozialhilfe überschreitet. Der letzte Punkt auf der roten Linie entspricht der Austrittsgrenze aus der Sozialhilfe.
  • Die blaue Linie gibt den Verlauf des frei verfügbaren Einkommens ausserhalb der Sozialhilfe wieder. Der tiefste Punkt der blauen Linie illustriert die Eintrittsgrenze in die Sozialhilfe; d.h., wenn das Bruttoeinkommen unter diesem Punkt liegt, besteht ein Anspruch auf Sozialhilfe.
  • Die exakten Zahlen zu den Punkten auf der Linie werden im Feld oben links angezeigt, wenn man mit dem Cursor den Linien folgt. Problematische Übergänge und Schwelleneffekte sind mittels Zahlen markiert und in einer allgemeinen Weise erklärt.