Seit Januar 1983 sind alle Arbeitnehmenden in der Schweiz gegen Arbeitslosigkeit versichert. Die Arbeitslosenversicherung (ALV) wurde seither viermal revidiert. Unter finanziellem Druck wurden auf der Leistungsseite Kürzungen vorgenommen und auf der Einnahmenseite die Lohnprozente erhöht.

Wer keine Leistungen der ALV erhält oder wessen Anrecht ausgeschöpft ist, wendet sich im Durchschnitt nach 100 Tagen an die Sozialhilfe. Gut 9 Prozent (2011) der Sozialhilfebeziehenden sind seit mehr als einem Jahr ohne Arbeit und gelten somit als Langzeitarbeitslos. Auch wenn die Versicherungsleistungen in der Höhe von 70 oder 80 Prozent des versicherten Lohnes das Existenzminimum nicht decken, springt die Sozialhilfe ein. Revisionen der ALV, insbesondere Leistungskürzungen, haben daher immer eine direkte Konsequenz für die Sozialhilfe.

Die SKOS setzt sich für eine ganzheitliche Sicht des Systems der sozialen Sicherheit ein und stellt sich entschieden gegen einen weiteren Leistungsabbau bei den Sozialversicherungen zuungunsten der Bedarfsleistungen.