Die SKOS führt wissenschaftliche Untersuchungen zu den Themen Sozialhilfe und Existenzsicherung durch und schafft damit wichtige Grundlagen für die zukünftige Ausgestaltung der Sozialhilfe und der Sozialpolitik in der Schweiz.

Mitgliedorganisationen und andere Interessierte können vom Fachwissen der SKOS nicht nur in Form der publizierten Studien und Grundlagendokumente profitieren, sondern der SKOS auch spezifische Studien, Analysen oder Datenauswertungen in Auftrag geben.

Studien

Wohnversorgung in der Schweiz: Bestandsaufnahme über Haushalte von Menschen in Armut und prekären Lebenslagen (2016)

Rund 84 Prozent der armutsbetroffenen Haushalte in der Schweiz leben in unangemessenen Wohnverhältnissen. Dies zeigt eine Studie der SKOS und der Fachhochschule Nordwestschweiz. Hauptursache der ungenügenden Wohnversorgung sind zu hohen Kosten.


Evaluation der Ergänzungsleistungen für Familien im Kanton Solothurn (2013)

Solothurn hat 2010 als erster Kanton der Deutschschweiz Ergänzungsleistungen für Familien (FamEL) eingeführt. Die SKOS und die FHNW wurden vom Kanton Solothurn beauftragt, die neue Leistung zu evaluieren.

Die Zwischenergebnisse zeigen, dass die FamEL überwiegend die gesetzten Ziele erfüllen: Die Armut von Familien wird reduziert und die Sozialhilfe entlastet. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wurde im Sozialbericht 2013 des Kantons Solothurn veröffentlicht. Die Evaluation wird bis 2015 weitergeführt.


Auswirkungen der Besteuerung von Unterstützungsleistungen auf die frei verfügbaren Einkommen (2012)

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) beauftragte die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) mit der Analyse der Auswirkungen der Steuerbarkeit von öffentlichen Unterstützungsleistungen und der Steuerbefreiung des Existenzminimums.

Die Untersuchung zeigt auf, dass die Beseitigung der steuerlich bedingten Schwelleneffekte und der negativen Erwerbsanreize auf verschiedene Arten möglich ist: sowohl die Steuerbarkeit der Leistungen der Sozialhilfe in Kombination mit der Steuerbefreiung des sozialen Existenzminimums wie auch einzig die Steuerbefreiung des sozialen Existenzminimums würden zur Beseitigung der Schwelleneffekte und der negativen Erwerbsanreize führen.


Schwelleneffekte und negative Erwerbsanreize (2012)

2012 hat die SKOS im Auftrag von BSV und SODK eine umfassende Studie zur Situation bezüglich Schwelleneffekten und negativen Erwerbsanreizen in den Kantonen vorgelegt. Der Forschungsbericht diente als Grundlage zur Beantwortung des Postulats von Ständerat Claude Hêche (09.3161) und stellt eine Aktualisierung und Vertiefung der Ergebnisse aus den Studien von 2007 dar.

Die Studie zeigt auf, in welchen Kantonen Schwelleneffekte und negative Erwerbsanreize korrigiert werden konnten und wo diese bestehen blieben. Ausserdem wurden für verschiedene Leistungen Good Practices zur Vermeidung solcher Effekte erarbeitet.


Absicherung von Care-Arbeit und Anpassungsbedarf des Sozialstaats (2012)

In bestimmten Phasen ist man auf Betreuung angewiesen – ganz besonders am Anfang und am Ende des Lebens. Der Grossteil der Betreuungs-, Pflege-, Sorge- und Beziehungsarbeit (Care-Arbeit) ist unbezahlte Arbeit. Die soziale Absicherung für diese Tätigkeit fehlt.

Die von Caroline Knupfer (SKOS) und Heidi Stutz (BASS) im Auftrag des Eidg. Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) erarbeitete Analyse verweist auf die Lücken im Sozialversicherungssystem und stellt Lösungsansätze zur Diskussion.



Integrationsauftrag der Sozialhilfe in der Praxis (2009)

Immer mehr Menschen sind immer länger auf die Unterstützung durch Sozialhilfe angewiesen. Eine Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt ist häufig kein realistisches Ziel mehr. Die vorliegende Studie geht der Frage nach, wie wirksam die in den SKOS-Richtlinien vorgesehenen Anreizinstrumente überhaupt sein können und ob Einkommensfreibeträge und Integrationszulagen dazu beitragen, dass Sozialhilfebeziehende den Weg zurück in die Arbeitswelt und die Gesellschaft finden.

Anhand einer Umfrage bei 20 Sozialdiensten wird gezeigt, wie und mit welchem Ergebnis die Anreizinstrumente in der Praxis angewendet werden.